Der Buchrücken verpflichtete mich fast allein zum Kauf. Ein Zitat von André Breton ziert die Rückseite dieses 96 Seiten »starken« Nachschlagewerkes, bzw. »Einsteigewerkes« in die Welt des Surrealismus.
André Breton stellte ebenso faszinierend wie vortrefflich fest: »Die einfachste surrealistische Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings so viel wie möglich in die Menge zu schießen. Wer nicht einmal im Leben Lust gehabt hat, auf diese Weise mit dem derzeit bestehenden elenden Prinzip der Erniedrigung und Verdummung aufzuräumen – der gehört eindeutig selbst in diese Menge und hat den Wanst ständig auf Schusshöhe.«
Die wissenschaftlich nüchterne Erklärung des Begriffes Surrealismus – gleich im Anschluss an diese Theorie Breton`s verleitet einen nur noch mehr, sich mit diesem Buch zu beschäftigen. Es ist kein »Lesebuch« – es ist vielmehr auch ein Werk, welches Überblick über die wohl begabtesten Köpfe des Surrealismus gibt.
Von Hans Arp über Salvador Dalì, vorbei an meinem absoluten Liebling René Magritte, hin zu Yves Tanguy erfährt man viele Fakten zu den 18 vorgestellten Künstlern. Ganzseitige Farbdrucke bekannter und weniger bekannter Werke wecken des Betrachters Lust, sich mit Surrealismus zu beschäftigen.
René Magritte war mein usprüngliches Fenster zum Surrealismus – dieses Buch hier hat mir ermöglicht, mit ein wenig mehr Abstand zum Gebäude Surrealismus durch diverse andere Fenster zu blicken – nicht alles, was ich gesehen habe, hat mir gefallen, mich ermuntert, tiefer in die hinter den jeweiligen Fenstern liegenden »Zimmer« vorzudringen – anderes jedoch hat meine Neugierde auf diesen Teil der blidenden Kunst erst richtig geweckt!
Max Ernst, Paul Klee, Paul Delvaux, Giorgio De Chirico – keine Ahnung wie lange diese Künstler für mich im verborgenen geblieben wären – die hier von der Autorin, Cathrin Klingsöhr-Leroy, zusammengetragenen Informationen öffneten mir eine Tür in einen spannenden Bereich der Kunst.
Eine Fülle an Informationen vermitteln und gleichzeitig Neugierde wecken! Wenn dies der Auftrag und Anspruch der Autorin gewesen sein sollte, kann ich nur bescheinigen – Ziel erreicht! Hier vergebe ich gerne 5 Sterne!