seit 50 Jahren faszinierend
Mit 9 Jahren sah ich den Film in der Volksschule, las später das Buch und lese es heute immer wieder mal. Vieles hat sich bewahrheitet und es ist nach wie vor beängstigend, wie nahe wir dem Roman schon sind
Unbestreitbarer Klassiker
»1984" – dies ist längst das Synonym für den Überwachungsstaat geworden. Gerade in Zeiten vom «Krieg gegen den Terror» und «Bundestrojanern" regt dieser Klassiker zum Denken an.
In George Orwell's düsterer Zukunftsvision hat eine kommunistische Regierung die Macht über die ganze Welt übernommen. Die Menschen die im Land leben werden pausenlos kontrolliert. Auch die eigene Wohnung ist von der Überwachung durch Telebildschirme und Spitzeleien nicht geschützt. Ganze Wörter werden verboten und die Verbote bzw. Abschaffung dieser Wörter dürfen nie besprochen werden.
Kurz gesagt: Eine perfide Überwachungswelt. Der Roman zeigt vorallem auf wie weit verfehlter Idealismus oder ein zu starkes Sicherheitsbedürfnis gehen können. Essen wird rationiert, Liebe wird verboten. Eine Anklageschrift nicht nur gegen Diktatur und Kommunismus sondern gegen jegliche Form von Überwachungsstaat. Das Buch gehört meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung weil es die Gefahren staatlichen Handelns aufzeigt und den Leser zwingt über politische Maßnahmen aus einer anderen Perspektive nachzudenken.
Leider ist das Buch allerdings auch sehr übertrieben geschrieben. Beim Lesen tendiert man dazu aufgrund der Handlung den Glauben an die Menschheit zu verlieren und wird hierdurch doch etwas depressiv. Deswegen nur vier Sterne.
Vorsicht! Bei Perspetivewechsel Gift für Gutsprech und Gutdenk
Wer dieses Buch noch aus seiner Schulzeit kennt, wird sagen: ja super, hab ich auf Englisch gelesen – na und? Totalitäre Systeme sind eben schrecklich, Gott sei Dank haben wir das überwunden und ich lebe ja in einer Demokratie. Tatsächlich? »Neusprech«, »Gutdenk« und vor allem das unglaubliche »Doppeldenk« gibts nur bei Orwell, den Nazis, den Kommunisten? Den »Großen Bruder« im wahnhaften Kollektiv beschwören ist doch entweder Geschichte, Fiktion oder für rechtsradikale Vollidioten! Tatsächlich?
Na dann verwenden Sie heute mal in der Öffentlichkeit die Wörter Zigeuner oder Neger oder versuchen den Sinn von Gendermainstreaming zu ergründen oder wagen sie gesetzlich verschriebene Wahrheiten zu hinterfragen. Viel Erfolg – was dann mit Ihnen passiert nennt Orwell in seinem Roman »vaporisieren«. Vielleicht (noch) nicht im strikt Orwellschen Sinn, aber jedenfalls intensiv genug, um eine Person durch die »Hinrichtungsmaschinen« der Mainstreammedien zu schicken. Beispiele dafür gibts genug.
Sie glauben das nicht? Na dann lesen sie ein eine zeitlang etwas aufmerksamer als sonst den Mainstream und denken sie dabei an die Worte des Genossen Syme:» Begreifst du denn nicht, dass Neusprech nur ein Ziel hat, nämlich den Gedankenspielraum einzuengen? Zu guter Letzt werden wir Gedankendelikte buchstäblich unmöglich machen, weil es keine Wörter mehr geben wird, um sie auszudrücken.« oder »Wir vernichten Wörter – massenhaft, zu Hunderten täglich! Wir reduzieren die Sprache bis aufs Skelett.«
Soclhe Zitate lassen sich nahezu endlos aus dem grandiosen Roman herauslesen.
1984 war nicht, 1984 ist jetzt – nur merken wir es nicht, weil WIR leben ja in einer DEMOKRATIE und da gibt es das alles nicht. Und außerdem haben wir jetzt so einen tollen charmanten Amerikaner, der uns so viel Hoffnung macht: »In diesem Moment stimmen alle Versammelten einen volltönenden, langsamen rhythmischen Sprechgesang an: Yes, we can! Yes, we can! Yes we can!« (siehe Seite 24 der vorliegenden Ausgabe)
Also wer den Mut zum Positionswechsel hat, sollte sich anschnallen, denn die Erkennis aus der veränderten Leseperspektive macht den Roman zu einer subversiven Granate, die einen vom Hocker wirft.
Wohlgemerkt der Mann hat das Ganze Ende der 40er Jahre des 20.Jahrhunderts geschrieben.
Er ist kein Prophet, nein er ist ein Wahrsager!
Und im Übrigen kündigt Orwell die endgültige Übernahme des »Neusprech« für 2050 an!
P.S.: Wem solche subversiven Perspektiven gefallen, sollte sich auch mal »Fight Club« von Chuck Palahniuk zu Gemüte führen. Aber Vorsicht! Vom selber denken kriegt man angeblich Krebs!
Wie Weitsichtig kann ein Mensch sein?
Es ist schon erstaunlich, wie Weitsichtig Menschen sein können. Dieses Buch kann man immer wieder lesen.
1984
Ich habe Orwell's Polit-Vision, die sich bis jetzt, sei es gedankt, noch nicht bewarheitet hat bereits zweimal gelesen. Einmal vor dem Jahr 1984 und einmal danach. Das zweite Mal sprang der Funke der Erzählung noch eindringlicher über und ich bin froh, dass wir hier in Europa tatsächlich in einem geordneten Staat leben dürfen. Der ganze Druck, der auf die Menschen von dieser in der Geschichte des Buches beschriebenen Staatsmaschinerie erzeugt wird geht auf den Leser sehr eindringlich über. Ich habe mit der Romanfigur, Winston Smith sehr mit gefühlt.