Sollte in jedem Bücherschrank sein
Das Besondere an diesem Buch ist, daß es das grauenhafte Erleben nicht wertet. Man versteht das Warum und Wie, nachdem man das Buch aus der Hand gelegt hat.
Der Inhalt wurde in anderen Rezensionen bereits genügend behandelt, deshalb möchte ich meine Empfehlung dahingehend abgeben, als es lohnt, sich die gebundene Ausgabe zu kaufen.
Man liest dieses Buch öfter.
Sehr empfehlenswert!
»Trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager« von Viktor E. Frankl ist eine subjektive Erlebnisschilderung aus der Sicht eines Häftlings. Frankl gelingt es mit einer sehr genauen und zuweilen wissenschaftlichen Betrachtung, die Nöte und Gedanken eines Häftlings zu untersuchen und darzulegen. Ein sehr gutes Buch, welches aus einem anderen Blickwinkel heraus schildert, was Menschen in Konzentrationslagern erlebt haben. Sehr lesenswert!
Hier ist mehr
als die, die nur in hehren Worten von einer Sache reden, die sie aus eigener Anschauung nicht kennen. Frankl war Philosoph, Arzt, Psychotherapeut und Begründer der Logotherapie. Und er war Lagerinsasse bei der »Endlösung« der Juden. Die Logotherapie ist eine die Offenheit und die Chancen einer Situation und des Lebens betonende Heilkunde», die Mut machen möchte (nicht zu verwechseln mit der Logopädie-Sprachheilkunde). Frankl`s Buch ist ein Documente humaine«, wie es Carl Jaspers nannte, weil es echte Lebenshilfe bieten will. Die seelsorgerische Hilfe besteht nach Frankl für den Menschen in der Hinwendung an die Sache, an andere Menschen, in der Erinnerung an das Geglückte, in der Hoffnung, im Humor und im Gebet. Und wenn das Ganze unvermeidlich und grenzenlos ist, dann gibt es immer noch einen Sinn: das Leiden in Würde tapfer zu ertragen. Wie kam Frankl dazu?
Frankl war Jude. Man steckte ihn im unseligen Reich ins KZ. Er überlebte, seine Eltern, seine Frau, sein Bruder kamen um. Unmittelbar nach seiner Befreiung schrieb er dieses Buch mit dem programmatischen Titel. Er schildert darin das Lagerleben aus der Sichtweise eines teilnehmenden Beobachters». Diese Relativierung hilft ihm auf Distanz zu den Schrecknissen zu gehen. Zugleich erhält er Hoffnung in einer schier ausweglosen Lage. Er wirbt bei den Verzweifelten im Lager für eine mehr biblische Haltung des Dennoch!« Er rät ihnen zu einem Bewusstsein, dass auch die Aussichtslosigkeit unseres Kampfes seinem Sinn und seiner Würde nichts anhaben können, den Mut zu bewahren.»
Frankl versucht ein ermutigendes Vorbild zu sein, Denn ich sagte ihnen auch, dass ich, für meine eigene Person, trotzdem nicht daran dächte, die Hoffnung aufzugeben. Denn kein Mensch wisse die Zukunft … «
Nicht nur das Hoffen erfährt Frankl in den Lagern als eine Lebenskraft, auch die Liebe – und er erlebt das auch bei Mithäftlingen. Er schildert wie er inmitten äußerstem Elends liebend an seine Frau denkt, über die er noch nicht weiß, dass sie bereits nicht mehr lebt.
Für den Erzähler Basil Hume ist Franks Schilderung seiner Tagträume inmitten der grausamen Lagerrealität, in denen er in Gedanken mit seiner ebenfalls inhaftierten Frau spricht, einer der bewegendsten Berichte über die menschliche Liebe, die ich je gelesen habe».
Es wird auch deutlich, in welcher Weise der Mensch für Frankl mehr ist als der psychologische Organismus«, der er z.B. für Freud war. Er ist ein geistiges Wesen, ein ewiges Geschöpf. In dieser Dimension, als geistige Person, ist der Mensch für Frankl unverletzbar und kann nicht erkranken.
Nach der Befreiung entwickelt Frankl seine Logotherapie, die auf allen Kontinenten gelehrt wird. Frankl hatte mehrere Professuren in den USA inne. Er heiratete erneut. Mit 70 machte er noch den Pilotenschein mit der Begründung: Ich muss mir nicht alles von mir gefallen lassen". Er meinte damit die Angst vor dem Absturz, gegen die er auch bei seinen Patienten vorging.
Ein Buch über den Sinn des (eigenen) Lebens
Übern den Inhalt des Buchs – Viktor Frankls Erfahrungen in den Konzentrationslagern der Nazis – ist viel geschrieben worden. Mich hat das Buch tief berührt und ich empfehle es jedem, der sich mit dem »Mensch-Sein« auseinandersetzten möchte. Frankls Erfahrungen und seine analytische, distanzierte Beschreibung des unfassbaren Grauens, der menschlichen Tiefen (wie die Grausamkeiten durch die selbst inhaftierten» Capos«), und auch Höhen (wie des KZ-Lagerleiters, der aus eigener Tasche Medikamente für seine Häftlinge kaufte) machen deutlich, dass die Grenze zwischen »Gut« und »Böse« nichts so einfach zu ziehen ist.
Sollte jeder Gelesen haben
Wer dieses Werk gelesen hat, der weiß sein Leben erst richtig zu schätzen. Zudem erfüllt Frankl die Erwartungen eines stilistisch hohen Niveaus. Dass sich dieses Buch mehr zu einer psychologischen Studie entpuppt hat, war vermutlich der Sinn der Sache, doch sind die persönlichen Erlebnisse so schreckhaft, dass diesem Mann wirklich ein Preis verliehen gehört, sich den Erinnerungen an diese schlimme Zeit noch einmal hinzugeben.
Bitte würdigen!