Sicherlich ist es gewagt, auch so etwas wie den Slalom übers freie Formen zu arbeiten, aber ich denke, dass dies ein richtiger Weg sein kann und nicht muss. Die Autoren machen uns mit ihrem Buch ja lediglich ein Angebot und keine Vorschrift. Sicherlich dauert diese Übung dann länger, und ist somit nicht für das einmal-die-Woche Training geeignet. Aber: Wer wirklich Perfektion auf Wettkämpfen erreichen will (was sicherlich nicht jeder möchte und was auch vollkommen ok ist), erreicht so einen extrem sicheren und vor allem perfekten (gerade was die Geschwindigkeit angeht) Slalom. Und so jemand wird auch hoffentlich nicht nur einmal die Woche trainieren, denn das ist wie wir inzwischen wissen für die Hunde rein körperlich betrachtet überhaupt nicht gut. Nach drei Tagen sinkt die körperliche Leistungskurve wieder rapide ab und der Hund beginnt sein körperliches Training wieder von Neuem. Lieber mehrmals die Woche sehr kurz, so bleibt der Hund im optimalen Training. Insofern stellt sich für Wettkampfsportler hoffentlich gar nicht die Problematik, wie sie in anderen Rezensionen beschrieben steht.
Außerdem begrüße ich es sehr, dass inzwischen nicht jedes Buch über Hundesport den Anspruch stellt eine Sportart im kompletten zu behandeln. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr Bücher über Bücher zu kaufen, die die gleichen Inhaltsschwerpunkte haben, dafür aber nur ungenau (Platzmangel) darstellen können. Spezifischere Literatur ist doch neben dem Wust an allgemeiner Hundeliteratur wünschenswert!!! Natürlich ist auf dem Markt die hervorragende Literatur für die »Turniergänger«, bzw. Fortgeschrittenen noch ein wenig rarer, aber vielleicht erfreuen uns Frau Theby und Frau Hares auch hierzu mit einem so hervorragenden Buch (Stichworte Führigkeit, Wechseln, Turniervorbereitung, richtiges Abgehen des Parcours, mentales Training, Trainerschulung/ Rhethorik etc.) Bei gleichbleibender Qualität würde auch dieses Werk nur zu Empfehlen sein.
Ich finde es jedenfalls großartig, dass dieses Buch immer wieder verschiedene Wege aufzeigt (zum Beispiel: Kontaktzone von hinten aufbauen etc.) so ist für jeden etwas dabei. Ich hasse Bücher, die von lediglich einem richtigen (meist vom Autor »erfundenen«) Weg handeln und vieles andere nicht zulassen. Das ist sektiererisch und nicht gewinnbringend. Jeder kann sich halt selbst entscheiden, ob er etwas aus diesem reichhaltigen Angebot nutzen möchte, »und das ist gut so« :-)
Deswegen halte ich jedwede unten genannte Kritik anderer für unbegründet.