Die Beste Hilfe für meinen Hund …
Erstmal vorweg: Nur vier Sterne, weil ich noch nicht ganz durch bin ;)
Ich finde, dass Thomas Baumann einer der Besten ist. Ich habe schon Seminare von ihm mitgemacht – und Bücher von Anderen »Hundetrainern« gelesen. Er steht (mit Bloch) in meiner Favoritenliste ganz oben.
Ich weiß nicht, was hier bemängelt wird, wenn von zuviel Leinenrucken, doofen Stachelhalsbändern etc. die Rede ist. Das beides bei Thomas Baumann immer im angebrachten Maße angewendet wird dürfte klar sein. Auch, dass man nicht selber anhand eines Buches sofort loslegen sollte. Und wenn ich mir vorstelle, einen großen, starken, beißkräftigen Hund mit absoluter Verziehung aus dem Tierheim zu holen (warum auch immer) bin ich mir sicher, dass man mit Wattebäuschchen oder aber Elektroschocks (whatever) etc. nicht weit kommt. Und ich würde – bräuchte ich Hilfe, zu Thomas Baumann gehen.
Ich kann von den Seminaren nur sagen, dass Thomas die Hunde richtig erkannt, beurteilt und dann »behandelt« hat. Klar ist der erste Schluss auchmal falsch, aber er korrigiert sich – und das richtigerweise, BEVOR er angefangen hat, den Hund »zu erziehen« – sondern er noch in der Beurteilung ist.
Ich finde Thomas Baumann empfehlenswert! Sein Erziehungsfeld ist sehr weit – was ich von vielen anderen Trainern nicht behaupten kann. Ich selbst habe einen »Problemhund« und weiß meist schon vorher, mit welcher Erziehungsmethode ich bei ihr keinen Anklang finden würde. Daher erfreue ich mich, dass Thomas nach Hunden und nicht nach Methoden urteilt!
Jetzt verstehen wir uns besser !
13 Jahre hatten wir einen kleinen Lakeland-Terrier und waren traurig, als er eingeschläfert werden mußte. Danach kauften wir uns einen Leonberger-Welpen. Und weil diese Hunde so groß werden, meldeten wir uns zum Training an. Schon bald erkannten wir, daß nicht die Größe eines Hundes für eine geeignete Schule spricht.
Letztlich über unserer Trainerin sind wir auf das Buch von Thomas Baumann gekommen. Schnell merkten wir, daß wir unseren kleinen Hund oft falsch behandelten. Wir denken nur an die Angst-Situationen bei Gewitter.
Wir sind froh, daß wir das Buch haben und stimmen einer Rezensorin voll zu, die meint, daß man erst das Buch gelesen haben sollte, bevor man einen Hund erzieht.
Empfehlen möchte ich als zusäzliche Literatur das Buch »Liebst Du mich auch?« von PB McConnell. Alternativ das Buch »Es würde Knochen vom Himmel regnen … « von Suzanne Clothier.
Naja, oberflächlich und lasst viel aus
Anfangs war ich fast begeistert, aber das war schnell vorbei. In den Ansätzen stimme ich zu. Was aber immer wieder zu lesen war, ist der Schnauzgriff, Schnauzgriff hier, Schnauzgriff da. Nicht beschrieben ist, dass viele Probleme über einfaches Auftreten vorab gelöst/vermieden werden können.
Auch fehlt mir die Tiefe, Probleme und Lösungen werden nur kurz beschrieben.
Oft hört man den Satz, dass er soviel Hunde vor der Euthanasie gerettet hat.
Obwohl ich auch der Meinung bin, dass eine Erziehung des Hundes ohne Zwang, oder wie ich es sage ohne Muss, fast nicht möglich ist, zeigt Hr. Baumann in seinem Buch die Erziehung unter Zwang vorzieht und diesen favorisiert.
Was mir gefallen hat, ist die soziale Komponente zwischen Mensch und Hund in der Erziehung und die kritischen Anmerkungen zu verschiedenen Erziehungsmethoden (in beide Richtungen)
Das Buch ist nichts für Anfänger und sollte sehr kritisch gelesen werden. Eine Lösung für individuelle Probleme mit seinem Hund sollte man nicht erwarten.
Eine Pflichtlektüre für Hundeliebhaber
Als Hundtrainerin, die in ihrer beinahe zwanzigjährigen Traininertätigkeit mit einer Vielzahl von Hunden unterschiedlichster Rassen, Gößen und Charktereigenschaften zu tun hatte, kann ich dieses Buch – wie auch alle weiteren dieses Autors – bedenkenlos weiter empfehlen.
Thomas Baumann schreibt in einer sehr einprägsamen und gut verständlichen Sprache und trifft dabei stets den Kern der Sache, ohne sich dabei in praxisfremde Extrempositionen oder gerade moderne »Erziehungsmethoden« zu verlieren.
Sein Credo, dem man nur vorbehaltlos zustimmen kann, lautet: »Die wichtigste Erziehungsbasis kann nicht lauten: Du Hund und Ich Mensch, sondern: Wir beide« … Zitat aus dem Buch.
Ein Buch, an dem sich die Geister wieder scheiden werden
Ähnlich wie bei Günther Bloch, ist bei und über Thomas Baumann oft keine Diskussion mehr möglich, ohne sich in verhärteten Positionen wiederzufinden.
Schade eigentlich, denn wie so oft, ist der goldene Mittelweg oft der beste: Zwischen »dominanzbesessenen« Hardlinern der alten Schule und modernsten Lerntheoretikern, die allesamt gerne einmal vergessen, dass es außer Dominanz ODER Lerntheorie auch noch das »Tier« Hund mit all seinen Trieben, seiner Biologie und den artspezifischen Verhaltensweisen gibt, geht das unter, was den Hund eigentlich in seiner Gesamtheit ausmacht. Und damit auch, was auf Kosten der Hunde und/oder Menschen zur eigenen persönlichen Profilierungssucht ausgetragen wird:
Eine umsetzbare, verständliche Anleitung, die beiden gerecht wird: dem betroffenen Menschen UND dem betroffenen Hund. Gleichermaßen und nicht mit der Gewichtung Mensch ODER Hund.
Ich möchte anmerken, dass ich durch verschiedentliche Beiträge über Thomas Baumann (vorsichtig) voreingenommen war, sich dieses in Praxis-Seminaren aber ganz und gar nicht bestätigen ließ:
Dieses Buch gibt anschaulich, verständlich und umsetzbar wieder, was er auf seinen Seminaren lebt: ein ganz außerordentliches Einfühlungsvermögen in jedes Hunde-Halter-Gespann und individuelle Lösungswege. Von soft bis durchgreifend.
Vier Sterne nur deshalb, weil ich die Erklärung zur klassischen und operanten Konditionierung etwas wirr fand. Das wird den normalen laienhaften Leser aber nicht beeinträchtigen, denn so detailliert und begriffskonform setzt dieser sich gemeinhin mit diesen Fachbedeutungen gar nicht auseinander.